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Können Kinder auch auf einer anderen Gitarre wie z. B. Westerngitarre oder sogar E-Gitarre das Hobby beginnen?

Es ist zunächst wichtig zu wissen, dass auch so äußerlich doch recht unterschiedliche Gitarrenmodelle wie 1/4-Gitarre und E-Gitarre dieselben “innerlichen Werte” haben (selbe Stimmung = selbe Akkorde, viele gemeinsame Anschlag- und Zupftechniken). Es führt also niemanden von seinem Ziel “E-Gitarre” fort, wenn er oder sie zunächst auf der Konzertgitarre starten. Da Spaß und Freude vom Erfolg abhängen, ist die Konzertgitarre mit ihren angenehm weichen Nylonsaiten und ihrem breiten den Fingern viel Platz bietenden Griffbrett für ganz junge Anfänger die unbedingte 1. Wahl.

Kinder und E-Gitarren

Der direkte Einstieg ins Gitarenspiel mit einer mit Stahlsaiten bespannten Westerngitarre ist etwa ab einem Alter von 13-14 Jahren gut möglich. Westerngitarren mit speziell auf Kinder abgestimmten Korpusgrößen sind kaum erhältlich. Die Standardform, “Dreadnought” genannt, ist noch deutlich größer als eine Konzertgitarre in 4/4-Größe. Zusätzliche Schwierigkeiten machen das schmale Griffbrett, welches sehr präzises Greifen abverlangt, sowie die hohe Saitenspannung. Die Härte des Saitenmaterials sorgt zusammen mit der hohen Spannung beim Anfänger in den ersten Wochen für tüchtig schmerzende Fingerkuppen. Das ist normal und gibt sich von allein, kann unter Umständen aber stark entmutigen. Eine brauchbare Westerngitarre “Made in China” ist ab etwa 100,00 EUR erhältlich, höherwertige Gitarren kosten wie bei den Konzertgitarren etwa das 3- bis 4-fache.

Das E-Gitarrenspiel können Kinder bereits ab etwa 10 - 12 Jahren erlernen. Zwar ist auch die E-Gitarre mit Stahlsaiten bespannt und das Griffbrett sehr schmal, doch gibt es auch viele Vorteile, die den Umgang sehr erleichtern: Der Korpus einer typischen E-Gitarre ist schmal und auch für Kinder gut zu umfassen. Die Saiten der E-Gitarre sind dünn und weniger hart gespannt als auf der Westerngitarre. Der Saitenabstand zum Griffbrett ist sehr gering, so dass der nötige Kraftaufwand des Greifens minimiert ist. Typische E-Gitarren-Spielweisen für Einsteiger beschränken sich auf die Nutzung von nur 2 - 3 Fingern und sind leicht zu erlernen. Nachteil: Der Klang der E-Gitarre wird zu 50% vom Gitarrenverstärker produziert, ohne Verstärker hört man nichts. Die Anschaffungskosten für so eine Erstausrüstung sind entsprechend hoch, selbst bei einfachster China-Qualität 150,00 - 200,00 EUR. Wer preislich noch darunter einkauft, muss einen Gitarrenlehrer oder anderen hilfsbereiten und fachkundigen Menschen mit ins Geschäft nehmen. Dasselbe gilt für im Versand gekaufte E-Gitarrensets. Diese müssen innerhalb der Rückgabefrist von einem erfahrenen Gitarristen zur Probe gespielt werden. Die möglichen Verarbeitungsmängel und “Fehler”, die aber nicht zwangsläufig für einen Garantieanspruch ausreichen, sondern in diesem Preisbreich einfach hinzunehmen sind, sind für den Laien kaum erkenn- und einschätzbar.


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